Die neue Rangliste auf einen Blick
Am 20. Oktober 2026 hat das American College of Sports Medicine (ACSM) seine weltweite Trendumfrage für 2027 veröffentlicht. Es ist die 21. Ausgabe, erschienen im Fachjournal ACSM's Health & Fitness Journal. Mehr als 1.400 Fachleute aus der Fitnessbranche haben dafür 50 mögliche Trends bewertet, darunter Studiobetreiber, Trainer und Physiotherapeuten. Das sind die zehn Trends, die vorn liegen:
- *1. Wearables** wie Fitness-Uhren und Tracker
- *2. Fitness-Apps** fürs Handy
- *3. Balance-, Flow- und Rumpftraining**
- *4. Fitnessangebote für ältere Menschen**
- *5. Klassisches Krafttraining**
- *6. Training zur Gewichtsreduktion**
- *7. Gruppenkurse**
- *8. Training mit Leistungsdaten**, zum Beispiel über Messgeräte und Auswertungen
- *9. Training für die psychische Gesundheit** und das Wohlbefinden
- *10. Programme mit Influencern oder Markenbotschaftern**
Die Befragten sollten angeben, wie verbreitet sie einen Trend in der Branche sehen, nicht, was ihnen persönlich gefällt. Die Liste zeigt also, worauf sich Fachleute einstellen, und nicht direkt, wofür deine Mitglieder bezahlen. Außerdem stammen alle Plätze hier aus der weltweiten Rangliste, nicht aus einer Auswertung nur für Deutschland.
Was sich gegenüber 2026 verschoben hat
Wearables stehen zum zehnten Mal auf Platz 1. Für Studiobetreiber spannender sind die Aufsteiger:
Angebote für ältere Menschen sind im fünften Jahr in Folge unter den ersten fünf, Training für die psychische Gesundheit im vierten Jahr in den Top 10. Programme mit Influencern und Markenbotschaftern waren 2026 nicht einmal unter den ersten 20 und stehen jetzt wieder auf Platz 10. Die Studienleiterin Cayla McAvoy sieht die Aufgabe der Branche darin, das Interesse an Technik in leicht zugängliche Trainingsangebote zu übersetzen, die auf gesichertem Wissen beruhen.
Was das für deine Werbung heißt
Gruppenkurse nach vorn holen
Viele Studio-Anzeigen zeigen nur die Gerätefläche. Wenn du Kurse anbietest, gehören sie in die Werbung: ein kurzes Video aus einem vollen Kurs, der Kursplan als Bild oder eine Trainerin, die ihren Kurs in 15 Sekunden vorstellt. Für viele Einsteiger ist ein Kurs ein einfacher Start, weil jemand anleitet und man nicht allein vor den Geräten steht.
Ältere Menschen gezielt ansprechen
Laut den DSSV-Eckdaten 2026 sind Mitglieder in Deutschland im Schnitt 40,3 Jahre alt, in Einzelstudios sogar 45,0 Jahre. Trotzdem zeigen viele Anzeigen nur junge, durchtrainierte Menschen. Mach eine eigene Anzeige für Menschen ab 50: echte Mitglieder (nur mit Einverständnis filmen), eine klare Botschaft wie „Kraft für den Alltag“ und ein Probetraining mit persönlicher Einweisung. Wie aus so einem Termin ein Vertrag wird, steht in Probetraining im Fitnessstudio: So wird aus einem Termin ein Vertrag.
Krafttraining einfach erklären
Krafttraining steigt auf Platz 5. Für viele Einsteiger klingt es aber nach Bodybuilding. Erkläre in deiner Werbung, was es im Alltag bringt, und zeig, dass bei dir jemand die Übungen erklärt. Beim Thema Abnehmen gilt: keine Versprechen zu Kilos oder Gesundheit machen und die Werberichtlinien von Meta beachten.
Deine Mitglieder sind die besten Botschafter
Der Influencer-Trend heißt für ein lokales Studio nicht, dass du bekannte Influencer buchen musst. Die glaubwürdigsten Gesichter sind deine Trainer und Mitglieder. Kurze Videos mit ihnen, eine Empfehlungsaktion und echte Stimmen auf deiner Website wirken aus unserer Erfahrung aus der Arbeit mit über 60 Studios meist besser als Stockfotos.
Wearables und Apps: zeigen, was du schon hast
Wenn dein Studio eine App hat oder Trainingsdaten mit Fitness-Uhren verbindet, sag es in der Werbung. Neue Technik nur wegen der Rangliste zu kaufen, lohnt sich dagegen nicht. Rechne vorher durch, ob sie dir neue Mitglieder bringt oder bestehende hält.
So gehst du jetzt vor
Teste die Ideen jetzt im Herbst und nicht erst im Januar. Dann weißt du zur wichtigsten Zeit des Jahres schon, welches Motiv funktioniert. Den Ablauf Schritt für Schritt findest du in Januar-Saison im Fitnessstudio: Dein Plan von Oktober bis Januar.
Du testest im November zwei Anzeigen mit je 450 Euro Budget: eine mit einem Gruppenkurs, eine mit der Gerätefläche. Dein Monatsbeitrag liegt bei 45 Euro. Unsere Faustregel: Die Werbekosten pro Neumitglied sollten höchstens zwei Monatsbeiträge betragen, hier also 90 Euro. Bringt die Kurs-Anzeige 6 Neumitglieder, kostet jedes 75 Euro. Bringt die andere 4, sind es 112,50 Euro. Dann weißt du, mit welchem Motiv du in den Januar gehst.
Die Rangliste bestätigt, was Studios stark macht: Kurse, Krafttraining, Betreuung für alle Altersgruppen und echte Menschen. Zeig genau das in deiner Werbung. Welche Fehler dabei am meisten Budget kosten, steht in 10 Fehler bei der Mitgliedergewinnung. Die deutschen Marktzahlen findest du in Eckdaten 2026: 12,36 Millionen Mitglieder.
Quellen: American College of Sports Medicine, Wearables Hold Top Spot in ACSM's 2027 Fitness Trends, 20.10.2026, und „2027 ACSM Worldwide Fitness Trends“, ACSM's Health & Fitness Journal; Athletech News, 20.10.2026; fitness MANAGEMENT, 21.10.2026; DSSV / Deloitte, Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026, veröffentlicht am 18.03.2026. Übersetzung der Trendnamen, Beispielrechnung und Einordnung: SocialRay.